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Marken-Boykott

Adidas

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Adidas (Eigenschreibweise: adidas) ist ein deutscher Sportartikel-Hersteller mit den Marken Adidas, Reebok und TaylorMade. Das Unternehmen mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach ist nach Nike das weltweit größte seiner Art. Seit 1995 ist der Konzern im Deutschen Aktienindex an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Der Firmensitz des Konzerns liegt in Deutschland, während die Artikel mittlerweile fast ausnahmslos außerhalb Deutschlands hergestellt werden. Die Produktion wurde größtenteils nach Südostasien verlagert (siehe unter anderem Yue Yuen Industrial). Dabei wird Adidas, ähnlich wie seinem Konkurrenten Nike, vorgeworfen, von Ausbeutung und Kinderarbeit in so genannten Sweatshops zu profitieren.

Ein (Adidas)-Slum an der Spree mit VIP-Lounge

von Anne Lena Mösken, in Berliner Zeitung vom 18. Juni 2010

Unter dem Wellblechdach baumelt eine Tafel, "Sekt auf Eis fünf Euro" steht darauf. Darüber türmt sich ein irres Konstrukt aus rostigen Containern, Brettern, alten Autoreifen, ganz oben staken Antennen und Satellitenschüsseln in den Himmel. Seit dem WM-Auftakt steht in Berlin ein kleines Stück Südafrika, ein Slum an der Spree, der Johannesburg 24 heißt.

Es ist der wohl ungewöhnlichste Ort zum Fußball schauen in der Hauptstadt. Gebaut hat ihn die Bar 25, der mittlerweile weltbekannte Club an der Holzmarktstraße. Für die WM 2010 nun hat die Bar 25 das Nachbargrundstück ausgebaut. Die Idee dazu entstand im vergangenen Jahr, die Macher der Bar 25 standen in Kontakt mit Leuten von Adidas, man überlegte eine Zusammenarbeit, die WM stand vor der Tür und da lag es nahe, ein Public Viewing auf die Beine zu stellen.

"Wir hätten auch eine ganz normale Lounge aufbauen können", sagt Steffi-Lotta von der Bar 25, "aber so sieht es nun mal nicht aus in Südafrika." Gemeinsam mit der Künstlergruppe Mikado Stolper klaubten sie Sperrmüll von Schrottplätzen zusammen und bauten daraus die Slum-Burg. Auf der Rückseite entstand eine Zuschauer-Arena samt LED-Leinwand, die ein bisschen aussieht wie aus einem Ritterfilm, mit türmchenartig gespannten Zeltplanen über den Tribünen und einer mit rotem Samt ausgekleideten VIP-Loge.

Ein kleiner Vergnügungspark vor der Kulisse eines Townships: Es ist eine Kombination, die dem ersten Schluck Sekt auf Eis durchaus einen fahlen Nachgeschmack folgen lassen kann. Townships wurden in Südafrika im vergangenen Jahrhundert von der Apartheid als Wohnviertel für die schwarze Bevölkerung vom Rest der großen Städte abgegrenzt. Bis heute sind die Kriminalitätsraten hoch in den Slums, die Menschen leben auf engstem Raum, oft ohne fließend Wasser und unterhalb der Armutsgrenze. Da muss es geradezu makaber wirken, dass auf dem nachgebauten Slum an der Spree ein großes Adidas-Emblem prangt, dass die Leute wie bei dem Deutschland-Spiel am Sonntag draußen Schlange stehen wie vor einem Club und am Eingang drei Euro Eintritt zahlen, um im Slum-Nachbau Fußball zu gucken.

Adidas - war das nicht was? Genau: dieser Konzern ist berühmt für die brutale Ausbeutung der Arbeiter/innen vor allem in Asien und Lateinamerika, dieser Konzern ist verantwortlich dafür, dass weltweit ungezählte Menschen bis heute in Slums ohne jegliche Infrastruktur leben müssen, ohne Gesundheitsversorgung, fliessendes Wasser, Kanalisation. WIE KANN ES SEIN, DASS AUSGERECHNET DIESER KONZERN UND DIE BAR25 JETZT EINEN SLUM AM SPREEUFER ALS ERLEBNISPARK AUFBAUEN, OHNE DASS IHNEN DIE ABSOLUTE WIDERWÄRTIGKEIT DIESES VORHABENS AUFFÄLLT?

Wer mehr über die Ausbeutungspolitik von Adidas erfahren möchte, findet im Internet unzählige Quellen. Hier eine kleine Auswahl.

http://de.wikipedia.org/wiki/Adidas#Kritik
http://de.indymedia.org/2010/07/285582.shtml
http://www.evb.ch/p25010738.html
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article532234/Ausbeutung-in-der-Sportartikelindustrie.html http://reset.to/blog/adidas-mit-unwuerdigen-arbeitsbedingungen http://www.presseportal.de/pm/58468/1506472/christliche_initiative_romero http://www.redglobe.de/amerika/honduras/3392-entwicklungspolitische-organisation-kritisieren-adidas

Unter dem Gesichtspunkt, wie untrennbar weltweite Ausbeutung und die Geschäfte von Adidas und der Bar25 am Spreeufer verknüpft sind, erhält auch die Frage, inwieweit sowohl Adidas als auch die Bar 25 aus ethischen Gründen zu boykotieren sind, neue Nahrung.

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